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Darum geht die Debatte


Die SVP hat in ihren Statuten bereits festgelegt, dass nur die von ihrer Bundeshausfraktion vorgeschlagenen Kandidaten als Bundesräte wählbar seien. Andererseits will sie die Volkswahl. Das ist ein derart grosser Widerspruch, dass die Partei sich wohl schlauerweise ganz aus der Regierungsverantwortung verabschiedet und in die Opposition wechselt.

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Das System in der Schweiz ermöglicht es den Parteien gar nicht, so etwas wie Opposition zu markieren. Wenn die Volkspartei seit nunmehr etwa 17 Jahre rhetorisch auf Opposition macht, gibt es sie dennoch nicht. Jede Partei ist eingebunden. Lediglich das Stimmvolk greift bei Abstimmungen regelmässig ein und korrigiert Entscheidungen von Bundesrat und Parlament. Ergo müsste man korrekterweise davon sprechen, dass das Volk fallweise in der Opposition ist.

SVP-Präsident Toni Brunner machte über das Wochenende gefährliche Aussagen in der Sonntagspresse, indem er den möglichen Gang seiner Partei "in die Opposition" aufwärmte. Bereits letztes Jahr hatten die Mehrheit seiner Parteikollegen von dieser selbsterklärten "Opposition" die Nase voll.
1 Kommentar
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Für eine Partei die sich "als in der Opposition" sieht, war die SVP bei der Wahl Burkhalters sehr zahm – irgendwie passt das Sprichwort: "Hunde, die bellen, beissen nicht";)
Hansueli P 22. September 2009 Verstoss melden
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Sonst nämlich werden FDP und CVP weiter massiv Wählerstimmen einbüssen. Darum glaube ich nicht daran, dass die SVP so schnell zur Oppositionspartei wird. Die bürgerlichen Parteien hofieren ihr sicher hinter den Kulissen. Denn Machterhalt eine starke politische Kraft.
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1. Auftrag

Die SVP ist gegen subsidiäre Einsätze und Auslandeinsätze. Auftrag der Armee soll einzig die Landesverteidigung sein. Diese sei momentan nicht erfüllt und darum fordert die SVP mehr Gelder für die Armee. Ein konventioneller Krieg an den Grenzen des Landes ist aber praktisch auszuschliessen. Wie begründen also Exponenten der SVP diese "Strategie"? Es stehe in der Verfassung! Naja, leider steht Friedensförderung als Auftrag der Armee ebenfalls in der Verfassung. Das wird aber nicht erwähnt, denn wo soll Friedensförderung denn stattfinden, wenn nicht im Ausland?

Die SVP will also eine möglichst teure Armee, will diese aber nichts ins Ausland schicken und im Innland nicht verwenden. Wichtig ist nur eine realitätsferne Landesverteidigung.
Hauptargument ist der durch die Verfassung geregelte Auftrag. Die Verfassung verlangt aber auch Friedensförderung und taugt darum nicht als Grundlage ihrer Argumentation .

2. Neutralität/Export

Geht es um Auslandeinsätze, ob nun bewaffnet oder nicht, ist laut SVP die Neutralität der Schweiz gefärdet.

Geht es um Waffenexporte, ist es plötzlich nicht mehr von Interesse, wem wir die Waffen verkaufen. Die SVP argumentiert dann mit wirtschaftlichen Aspekten. Meiner Meinung nach ist ein Land, dass Waffen exportiert nicht neutral. Einzig, wenn es allen Konfliktparteien Waffen liefern würde, könnte es dies von sich behaupten, aber das ist nicht realisierbar und moralisch nicht vertretbar.
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- Man gibt sich wirtschaftsnah, sabotiert aber den bilateralen Weg und damit unsere Lebensader, die Exportindustrie, bei jeder Gelegenheit.
- Man heuchelt "Sparwillen", verlangt aber immer höhere Ausgaben für die Landwirtschaft. Dabei ignoriert man, dass Landwirte heute nichts anderes wie Staatsangestellte sind.
- Man will Kriminelle ausschaffen, lehnt aber jeden Vorschlag in diese Richtung ab. Bei einer Lösung könnte ja ein populistisches Wahlkampfthema abhanden kommen.

Die Schizophrenie geht aber tiefer…
- Christoph Mörgeli wettert gerne über Behörden und Staatsangestellte. Er selber wird aber auch vom Steuerzahler bezahlt. Und erst noch für so eine eine zentrale Staatsaufgabe wie ein Medizinhistorisches Institut… seehr produktiv.
- Blocher, Maurer etc. wettern gerne gegen eine angebliche „Classe politique“. Und drängen nur gerade in Ämter wie den Bundesrat.
- „Filz“ wir beklagt, doch die Fenaco, das grösste, intransparenteste Inzuchtgebilde der Schweiz ist total unter ihrer Kontrolle, indem Fraktionschef Baader und Schwergewicht NR Parmelin im VR sitzen.
4 Kommentare
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Noch ein regionales Beispiel aus Graubünden:
2007 bekämpfte die SVP (mit Hilfe der FDP) eine Volksinitiative, welche das Proporzwahlrecht für das Kantonsparlament einführen wollte ziemlich massiv!
2009 lanciert die SVP eine eigene Volksinitiative um genau dieses Proporzwahlrecht einzuführen!!!
Hintergrund: Inzwischen hat sich die BDP abgespalten und die SVP ist nur noch mit wenigen Sitzen im Kantonsparlament vertreten, also könnte ihnen ein Proporz helfen. Vorher gehörte sie mit der FDP zu den dominierenden Kräften... Von vernünftiger Sachpolitik ist hier weit und breit nichts zu sehen!
Severin Bischof 17. Juli 2009 Verstoss melden
Warum sollen Widersprüche schlecht sein?! Wenn die SP im Widerspruch zu sich selbst liegt, dann heisst es von denen immer, sie hätten halt eine offene Diskussionskultur. Hat die SVP eben auch.
Raffaela Begert 20. Juli 2009 Verstoss melden
Mörgeli geht inzwischen so weit, Calmy-Rey und dem EDA vorzuwerfen, Ghaddafi verärgert zu haben, was offenbar der Wirtschaft schade (dieser hat seine schäbigen 7 Mio. von den hiesigen Banken weggezogen - ein bedeutender Schaden für die Schweizer Wirtschaft!). In diesem Fall scheint Neutralität kein Thema zu sein - und einen Diktator, der hunderte Leben auf seinem Gewissen hat, zu hofieren und mit ihm Geschäfte zu machen, wird als akzeptabel und neutral gewertet. Erinnern wir uns an das Calmy-Rey-Bashing wegen dem symbolischen Kopftuch beim Achmadinedschad-Besuch - dahinter steckte ebenfalls Mörgeli.
Da lacht das Sünneli!
Dorothee Hasnas 21. Juli 2009 Verstoss melden
@Raffaela
Es geht hier aber nicht um kleine Meinungsverschiedenheiten zwischen den verschiedenen Flügeln der Partei, sondern um fundamentale Widersprüche die von derselben Person innerhalb weniger Wochen oder Monanten geäussert werden. Das zeigt meiner Meinung nach ziemlich deutlich auf, dass diese Partei (oder zumindest gewisse starke Vertreter) keine klare Politik betreiben, sondern nur gerade das sagen was bei den Leuten gut ankommt - purer Populismus eben...
Severin Bischof 21. Juli 2009 Verstoss melden
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